Bericht von René Röder, OTZ
Es hätte das kürzeste Kreispokal-Finale jemals in Mittelthüringen werden können. Durch sein 80-jähriges Vereinsjubiläum wollte Traktor Teichel das Endspiel beim Kreisfachausschuss Mittelthüringen verlegen lassen, stieß aber auf wenig Gegenliebe, weil der Pokaltag traditionell der 1. Mai langfristig verplant ist, und so drohten die Teicheler sogar, das Finale platzen zu lassen.
Traktor Teichel pünktlich und mit Verstärkung
Am Ende trat Teichel dennoch vor 500 Zuschauern pünktlich im Weimarer Wimaria-Stadion an. Sogar mit großem Fan-Block und Einlaufkindern. Trainer René Rudolph: „Wir haben uns am Ende doch durchgerungen, das Fest zeitlich nach hinten gelegt und wollen das nun natürlich doppelt feiern.“ Doch auch die Gräfinauer Gegner waren heiß. Kapitän Maik Zentgraf: „Ich habe jetzt drei Pokalendspiele absolviert, will nun endlich auch den Pott holen.“
Das Finale war umkämpft. Teichel begann forsch, dann fast aus dem Nichts das 1:0 des FSV Gräfinau-Angstedt. Einen langen Ball von Maik Zentgraf von links nach innen geschlagen köpfte Jonas Muth am langen Pfosten eher ungehindert ein (18.). Teichels Trainer Rudolph: „Ein langer Ball – und wir kriegen den einfach nicht weg – ärgerlich!“
Traktor Teichel sicherte sich im Endspurt innerhalb von fünf Minuten den Kreispokal doch noch.© René Röde
Danach übernahm der FSV das Zepter. Einen Heinze-Freistoß aus 22 Metern kratzte Traktor-Keeper Eric Hejsek ganz stark aus dem Eck (23.). Spätestens da war die Führung verdient.
Statt 2:0 für Gräfinau-Angstedt gibt es zum Schluss die Wende
Nach der Pause hätte Gräfinau schnell durch Lindner alles klar machen können, ja müssen (49.). Dann ein umkämpfter offener Schlagabtausch mit konditionellen Vorteilen Traktors, klugen Wechseln, aber zunächst wenig Erfolg, weil Gräfinaus Kapitän Maik Zentgraf im Deckungszentrum einfach alles wegputzte.
Der Ausgleichsschütze Steffen Staskewitsch (rechts) klärt vor Gräfinaus Routinier Steven Assinner.© René Röder
Doch dann die Schlussphase: In der 85. Minute Freistoß aus 25 Metern, den Steffen Staskewitsch direkt abschloss und auch etwas Glück hatte, dass der Ball abgefälscht rechts neben FSV-Keeper Franz zum 1:1 einschlug. Gräfinau geschockt und in der letzten Minute der offiziellen Spielzeit drehte Teichel das Spiel komplett: Im Konter über rechts nutzte Sedat Barat die mustergültige Vorlage von Niklas Kluge trocken zum 1:2-Siegtreffer. Sechs Nachspielminuten änderten daran nichts mehr. Traktor-Coach René Rudolph: „So ist Fußball. Wir hätten 0:2 zurückliegen können und haben doch noch gewonnen. Das entschädigt für den ganzen Stress im Vorfeld.“ Und Maik Zentgraf gesteht für seine unterlegene Elf ein: „Wir hatten es in der Hand gehabt und stehen wieder mit leeren Händen da. Pokalfinals sind anscheinend wirklich nicht unser Ding...“



